barrieretest.at Ergebnisse richtig nutzen

Ein Testergebnis ist nur so wertvoll wie die Entscheidungen, die daraus folgen. Dieser Artikel zeigt die drei Wege, mit Accessibility-Problemen umzugehen - und wann welcher sinnvoll ist.

3 Minuten

Nach einem Test auf barrieretest.at liegt ein Ergebnis vor: ein Score, eine Liste von Problemen, Handlungsempfehlungen. Die Frage, die sich stellt: Was nun?

Es gibt im Wesentlichen drei Wege, mit Accessibility-Problemen umzugehen. Jeder hat seine Berechtigung, abhängig von Situation, Ressourcen und Zielen.

Weg 1: Selbst beheben

Viele der Probleme, die barrieretest.at findet, lassen sich mit grundlegenden Web-Entwicklungskenntnissen lösen.

Typische Beispiele:

  • Fehlende Alt-Texte bei Bildern → alt="Beschreibung" hinzufügen
  • Formularfelder ohne Labels → <label for="id"> ergänzen
  • Fehlende Dokumentensprache → <html lang="de"> setzen
  • Zu geringe Kontraste → CSS-Farben anpassen

Voraussetzungen:

  • Zugang zum Quellcode oder CMS der Website
  • Grundverständnis von HTML und CSS
  • Zeit für die Umsetzung

Geeignet wenn:

  • Der Score bereits über 70% liegt und nur punktuelle Fixes nötig sind
  • Ein technisch versiertes Teammitglied verfügbar ist
  • Die Website überschaubar ist (wenige Seiten, einfache Struktur)

Ressourcen für die Umsetzung:

Weg 2: Entwickler beauftragen

Wenn die nötigen Kenntnisse oder die Zeit fehlen, kann ein externer Entwickler die Fixes übernehmen.

Sinnvoll bei:

  • Komplexeren Problemen (JavaScript-Komponenten, Custom-Widgets)
  • Systematischen Fehlern, die im gesamten Code auftreten
  • Fehlender interner Entwicklungskapazität

Worauf bei der Beauftragung achten:

  • Die barrieretest.at-Ergebnisse als klare Aufgabenliste mitgeben
  • Nach Erfahrung mit Accessibility-Themen fragen
  • Vereinbaren, dass nach den Fixes erneut getestet wird

Herausforderung:

Viele Entwickler können Code schreiben, haben aber wenig Erfahrung mit Barrierefreiheit. Die Fixes werden technisch korrekt umgesetzt, aber ob sie tatsächlich die Nutzererfahrung verbessern, ist eine andere Frage.

Ein fehlendes Label hinzuzufügen ist einfach. Zu entscheiden, welches Label sinnvoll ist, erfordert Verständnis für die Nutzerperspektive.

Weg 3: Ganzheitliche Begleitung

Der dritte Weg kombiniert technische Umsetzung mit UX-Expertise.

Mein Ansatz:

Als Entwickler mit Fokus auf UI/UX betrachte ich Accessibility-Probleme nicht isoliert. Ein fehlender Alt-Text ist nicht nur ein WCAG-Verstoß, sondern eine verpasste Gelegenheit, Nutzern Kontext zu geben. Ein schlecht strukturiertes Formular ist nicht nur technisch fehlerhaft, sondern frustriert Menschen.

Was das konkret bedeutet:

  • Priorisierung nach Nutzerimpact: Nicht alle Probleme sind gleich wichtig. Manche betreffen viele Nutzer täglich, andere nur Edge Cases.

  • Kontextuelle Lösungen: Fixes, die zur Gesamtstruktur der Website passen, statt isolierter Flicken.

  • Erklärung statt nur Umsetzung: Verständnis aufbauen, damit zukünftige Inhalte von Anfang an barrierefrei entstehen.

  • Über automatisierte Tests hinaus: Manuelle Prüfung von Aspekten, die Tools nicht erfassen können.

Geeignet wenn:

  • Der Score unter 60% liegt und systematische Probleme vorliegen
  • Die Website komplex ist (E-Commerce, Web-App, Portal)
  • Langfristige Barrierefreiheit das Ziel ist, nicht nur kurzfristige Compliance
  • Interne Teams geschult werden sollen

Entscheidungshilfe

SituationEmpfohlener Weg
Score > 80%, wenige EinzelproblemeSelbst beheben
Score 60-80%, technische Fixes nötigEntwickler beauftragen
Score < 60%, systematische ProblemeGanzheitliche Begleitung
Komplexe Website oder Web-AppGanzheitliche Begleitung
Rechtliche Anforderungen (BaFG/BFSG)Ganzheitliche Begleitung

Der erste Schritt

Unabhängig vom gewählten Weg: Der Test auf barrieretest.at ist der Ausgangspunkt.

→ Website testen

Für eine Einschätzung, welcher Weg für eine konkrete Situation sinnvoll ist, biete ich ein kostenloses Erstgespräch an:

→ Gespräch buchen

Keine Verkaufsgespräche. Eine ehrliche Einschätzung, ob und welche Unterstützung sinnvoll ist.