Warum ich barrieretest.at gebaut habe
Automatisierte Accessibility-Tests existieren seit Jahren. Warum also noch ein Tool? Weil die bestehenden Lösungen ein grundlegendes Problem haben: Sie stehen sich selbst im Weg.
Anfang 2025 hatte ich auf LinkedIn eine Diskussion über automatisierte Accessibility-Tests. Jemand hat mich gefragt, warum so wenige Teams regelmäßig auf Barrierefreiheit testen, obwohl die Tools dafür längst existieren.
Die Antworten waren aufschlussreich. Nicht weil niemand wusste, dass Tools wie axe, Pa11y oder WAVE existieren. Sondern weil die Hürden, sie tatsächlich zu nutzen, überraschend hoch sind.
Das Problem mit bestehenden Tools
Die technischen Möglichkeiten für automatisierte Accessibility-Tests sind ausgereift. Pa11y, axe-core, Lighthouse - alles solide Werkzeuge. Aber zwischen “das Tool existiert” und “das Tool wird genutzt” liegt eine Kluft.
API-Keys und Accounts: Viele Cloud-basierte Lösungen erfordern Registrierung, E-Mail-Bestätigung, manchmal sogar Kreditkarten-Hinterlegung für kostenlose Kontingente.
Installation und Setup: CLI-Tools wie Pa11y sind mächtig, aber sie erfordern Node.js, npm-Installation, manchmal Chromium-Abhängigkeiten. Für einen schnellen Check einer Website ist das unverhältnismäßig.
Technisches Vorwissen: Die meisten Tools richten sich an Entwickler. Sie setzen voraus, dass man weiß, was ein Terminal ist, wie man Befehle ausführt, wie man Ausgaben interpretiert.
Bezahlmodelle: Professionelle Lösungen kosten schnell mehrere hundert Euro pro Monat. Für Agenturen und große Unternehmen vertretbar, für Freelancer oder kleine Teams oft nicht.
Das Resultat: Accessibility-Tests passieren seltener als sie sollten. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Aufwand.
Die Idee hinter barrieretest.at
Nach dieser LinkedIn-Diskussion stellte ich mir eine einfache Frage: Was wäre das Minimum, das jemand braucht, um eine Website auf grundlegende Accessibility-Probleme zu prüfen?
Die Antwort: Ein Textfeld für die URL. Mehr nicht.
Kein Account. Kein API-Key. Kein Download. Keine Installation. Keine E-Mail-Adresse.
Eine URL eingeben, auf “Testen” klicken, Ergebnis sehen.
Was barrieretest.at macht
Technisch basiert barrieretest.at auf Pa11y, einem bewährten Open-Source-Tool für automatisierte WCAG-Tests. Der Service rendert die eingegebene URL in einem headless Browser und prüft gegen WCAG 2.2 Kriterien.
Das Ergebnis zeigt:
- Einen Score: Eine prozentuale Einordnung, wie viele automatisiert testbare Kriterien erfüllt sind
- Gefundene Probleme: Aufgelistet nach Schweregrad mit Erklärungen
- Handlungsempfehlungen: Konkrete Hinweise, was zu tun ist
Zusätzlich läuft eine KI-gestützte Analyse, die über die reinen Pa11y-Ergebnisse hinaus Verbesserungsvorschläge liefert.
Was barrieretest.at nicht ist
Ein vollständiger Accessibility-Audit. Automatisierte Tests erfassen etwa 30-40% aller möglichen Barrierefreiheits-Probleme. Sie können nicht prüfen, ob Alt-Texte sinnvoll formuliert sind, ob die Tastaturnavigation logisch ist, oder ob Screenreader-Nutzer den Kontext verstehen.
barrieretest.at ist ein Startpunkt, kein Endpunkt. Ein schneller Check, der zeigt, wo offensichtliche Probleme liegen. Für alles darüber hinaus braucht es manuelle Tests und menschliche Expertise.
Die Entscheidung, es kostenlos zu halten
Accessibility-Testing sollte keine Geldfrage sein. Gerade kleine Unternehmen, Vereine, oder persönliche Projekte haben oft weder Budget noch technisches Know-how für professionelle Audits.
barrieretest.at ist kostenlos. Ohne Einschränkungen, ohne versteckte Kosten. Und ganz ohne Angabe von einer E-Mail Adresse, auf die dann regelmäßig Spam kommt.
Das ist eine bewusste Entscheidung. Mehr barrierefreie Websites bedeuten ein besseres Internet für alle. Dieses Ziel ist wichtiger als ein weiteres Subscription-Modell.
Ausprobieren
Der beste Weg, barrieretest.at zu verstehen, ist es zu nutzen:
URL eingeben. Testen. Fertig.
Bei Fragen zum Ergebnis oder zur Umsetzung von Fixes stehe ich für ein kostenloses Gespräch zur Verfügung: